|
Aluminium-Legierungen werden für ge- wöhnlich nur in Zweistofflagern als Lager- metall eingesetzt. Dabei übernimmt der Stahlrücken im Wesentlichen die Funktion des Festsitzes im Gehäuse und das Lager- metall muss als Gegenpartner der Welle alle weiteren Funktionen des Gleitlagers, wie zum Beispiel die Fresssicherheit, Anpassungs- fähigkeit, Partikelverträglichkeit und Ver- schieißfestigkeit, abdecken.
Dagegen kommt bei KS R55Q ein Dreistoff- lager-Konzept mit einer weiteren Schicht, der sogenannte Laufschicht, zum Einsatz. Hierbei übernimmt das" Team" aus hoch- belastbarem Lagermetall und Polymer-Lauf- schicht die oben erwähnten Funktionen und steigert so die Leistungsfähigkeit weit über die Grenzen des klassischen Zweistoff- Konzeptes hinaus.
Richtige Auswahl von Lager- metall und Laufschicht
Entscheidend für ein optimales Zusammen- spiel ist die richtige Auswahl des Lagerme- talls und der Laufschicht. Als Lagermetall kommt deshalb eine Aluminium-Zinn-Sili- zium-Legierung zum Einsatz, die speziell für das Dreistofflagerkonzept entwickelt wurde. Das Die Polymer-Laufschicht besteht aus einer Polyamid imid-Matrix mit einem hohen Anteil an reibungs- und verschleiß- reduzierenden Füllstoffen. Hierbei wurden die Festschmierstoffe Molybdändisulfid und Graphit in einer heterogenen Kompo- sition ausgewählt.
|
Im Zusammenspiel der einzelnen Komponenten erreicht das Stahl- AI u m i niu m-Polymer-G leitlager KS R55Q dem Hersteller zufolge ein Belastbarkeitsniveau, das deut- lich über der Leistungsfähigkeit der existierenden Stahl-Aluminium-Zwei- stofflager liegt.
Reib- und Verschleiß- reduzierung über das gesamte Drehzahlspektrum
Bei der Entwicklung wurde besonderes Au- genmerk auf die Reduzierung von Reibung und Verschleiß im gesamten Drehzahlspek- trum gelegt. Dazu soll unter anderem ein im Vergleich zu herkömmlichen Zweistoff- Lagern um 20 verringertes Reibmoment der Polymer-Laufschicht beim Übergang von Haft- zur Gleitreibung, was insbesonde- re bei einer hohen Anzahl von Start-Stopp- Zyklen entscheidend ist, gehören. Auch ent- schärft die reib- und verschleißmindernde Wirkung der Füllstoffe kritische Mischrei- bungszustände im unteren Drehzahlbereich, die bei neuen Motoren mit Downspeeding- Konzepten verstärkt auftreten können. Durch die sehr gute Anpassungsfähigkeit der Po- Iymerschicht ergibt sich außerdem eine verkürzte Einlaufphase, was sich ebenfalls reibungsmindernd auswirkt. Die vollständig erhaltene Rillenstruktur der gespindelten Lauffläche, soll minimale hydrodynamische Verluste auch im oberen Drehzahlband ge- währleisten.
|